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Wir gratulieren den Gewinnern des 6. CFF FILMPREIS DAVID

Herausfordernde Dokumentationen, mutige Spielfilme, Kinder- und Jugendfilme, die ihrem Publikum auf Augenhöhe begegnen und journalistische Nachwuchsfilme, die eigene Akzente setzen – die Gewinner in den sechs Kategorien des christlichen CFF FILMPREIS DAVID überzeugten Juroren und Zuschauer. Unter den diesjährigen Gewinnern befinden sich namhafte Regisseure und Filmemacher ebenso wie vielversprechende Newcomer. Die Preisverleihung fand am 08. November 2014 im Stift Urach in Bad Urach statt.

Es war eine knappe Entscheidung, doch nun stehen sie fest – die Gewinner des CFF FILMPREIS DAVID 2014. Knapp 60 Produktionen gingen in diesem Jahr ins Rennen. Daraus wählte eine unabhängige Jury 18 Beiträge aus, die in sechs ausgeschriebenen Kategorien um den Sieg wetteiferten. Erstmals hat der CFF e.V. dabei zwei Kategorien nach der Höhe des Produktionsbudgets aufgeteilt, um den sehr unterschiedlichen Produktionsbudgets besser Rechnung zu tragen. „Für uns ist der Filmpreis ein guter Weg, unserer besonderen Verantwortung als Medienschaffenden Rechnung zu tragen, denn wir zeichnen mit dem Preis Beiträge von Kolleginnen und Kollegen aus, die sich mutig zu Wort melden, Menschen ohne Aufmerksamkeit eine Stimme geben und sich kreativ mit dem christlichen Glauben in unserer Gesellschaft auseinandersetzen“, betonte Gerald Birkenstock, 1. Vorsitzender des CFF e.V. bei der Preisverleihung.

Aufgrund der hohen Qualität der Beiträge fiel der unabhängigen Jury die Entscheidung nicht leicht.

In der mit 1.000 Euro dotierten Kategorie „Dokumentation & Reportage (Budget über 500 € pro Spielminute)“ setzte sich die bewegende Dokumentation „Camp 14 - Total Control Zone“ des Autors und Regisseurs Marc Wiese durch. Der Film erzählt Stationen des dramatischen Lebenswegs von Shin Dong-hyuk, der als Kind im Nordkoreanischen Umerziehungslager Camp 14 geboren wird und seine gesamte Kindheit und Jugend dort als politischer Gefangener verbringt. Mit 23 Jahren gelingt ihm durch Zufall die Flucht. Der Film offenbart die unaussprechlichen Schrecken eines totalitären Systems. Er zeigt, wie sehr Menschen andere Menschen, und damit als Konsequenz auch sich selbst, entmenschlichen können. Damit wirft er die Fragen nach Schuld und Vergebung, nach Selbst- und nach Nächstenliebe auf. „Camp 14 - Total Control Zone ist ein exzellenter Film, der jeden Zuschauer mit visueller Kraft und inhaltlicher Wucht trifft und nachhaltig beeindruckt. Es ist wichtig, dass es diesen Film gibt. Denn er klärt auf und ist eine Stimme für alle, die noch heute unter totalitären Regimen leiden“ begründet Sabine Berchter die Entscheidung der Jury.

Der Preis in der Kategorie „Dokumentation & Reportage (Budget bis 500 € pro Spielminute)“ ging an den Film „Jeder Tag zählt“ der Regisseurin Janina Hüttenrauch. Der Film erzählt die eigentlich unvorstellbare Lebensgeschichte des jungen Musikers und Chorleiters Chris Lass: Eine Krankheit macht seine Karrierepläne als Sportler zunichte, eine schreckliche Tragödie trifft seine Familie, und er selbst wird Opfer einer Geiselnahme. Trotz dieser Schicksalsschläge steckt der Protagonist durch seinen Lebenswillen und seine ehrliche und berührende Art die Zuschauer an. Dass er bei alledem sein Vertrauen in Gott nicht verliert, macht Mut. Besonders überzeugte der Film die diesjährige Jury durch die ehrliche Erzählweise, die positive Grundhaltung und den überzeugenden und ansteckenden Protagonist. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert.

In der Kategorie „Kinder- und Jugendfilm“ setzte sich der Film „Lebensmüde“ von den Autoren Anja Kömmerling und Thomas Brinx und Regisseur Carsten Fiebeler aus der Jugendreihe „Krimi.de“ durch. Der Sieg in der Kategorie ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro verbunden. In der Folge des Erfurter Jugendkrimis will sich ein junges Mädchen gemeinsam mit einer Freundin aus dem Internet umbringen. Zum Glück bleibt dies ihrem Cousin nicht verborgen, der ihr neuen Lebenssinn gibt, indem er ihre versteckten Talente sichtbar macht. Von hervorragenden jugendlichen Hauptdarstellern getragen, sensibilisiert der Film für oft verborgen bleibende Mechanismen, die zu einer Selbsttötung führen können. Er zeigt gleichzeitig, wie wichtig ernst gemeinte Nächstenliebe ist, die nicht aufgibt und sich nicht abwendet. Dies überzeugte die fünfköpfige Filmpreisjury.

In der bereits zum zweiten Mal von der Evangelisches Medienhaus GmbH, Stuttgart, verliehenen journalistischen Nachwuchskategorie „Primus Truber“ setzte sich die Dokumentation „Die Rückkehr der Aramäer“ von Anja Reiß durch. Der während ihres Studiums an der Filmakademie Baden-Württemberg entstandene Film beschäftigt sich mit einem kaum bekannten Aspekt des Christentums: der Vertreibung von in der Türkei lebenden aramäischen Christen in den 60er und 70er Jahren. Die Dokumentation beleuchtet Themen wie Heimat und Verlust sowie den Umgang mit Vertreibung und Wiederkehr. Dafür begleitet Frau Reiß die Rückkehr einiger Familien aus dem schwäbischen Göppingen, die einen zaghaften Neuanfang in ihrer zweitausend Jahre alten Heimat wagen wollen. „Der Film überzeugt durch eine exzellente Kameraarbeit und den Respekt gegenüber seinen Protagonisten. Und er analysiert mit journalistischen Mitteln ein gleichermaßen politisches wie religiöses Thema, ohne vorschnelle Antworten geben zu wollen. Er klärt auf und bietet einer Religionsgemeinschaft eine Stimme, die in unseren täglichen Medien nur selten zu Wort kommt. Es freut mich, dass dieser Film unseren Nachwuchspreis Primus Truber erhalten hat“, so Jürgen Kaiser, Geschäftsführer der Evangelisches Medienhaus GmbH zur Entscheidung der Jury. Mit dem Nachwuchspreis ist ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro verbunden.

In der Kategorie „Szenischer Film & Serie (Budget über 700 € pro Spielminute)“, dotiert mit 1.000 Euro, überzeugte der Film „Schuld sind immer die anderen“ der Autorin Anna M. Praßler und des Regisseurs Lars-Gunnar Lotz die diesjährige Jury. Der Film beschäftigt sich mit einem der Kernelemente des menschlichen Zusammenlebens und auch des christlichen Glaubens: der Vergebung. Auf eindrucksvolle und berührende Weise zeigt der Regisseur in seinem Langspielfilmdebüt über einen jugendlichen Straftäter und dessen Opfer, dass Vergebung aus eigener Kraft häufig kaum möglich ist. Gemeinsam mit seinem ganzen Ensemble schafft es der Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg, die persönlichen Entwicklungsgeschichten seiner Protagonisten und deren innere Kämpfe für die Zuschauer erlebbar zu machen. Dabei verwehrt sich das offene Ende des Filmes bis zum Schluss einfachen Lösungen und regt damit umso mehr zum intensiven, persönlichen Gespräch über Vergebung als Kern des christlichen Glaubens an. „Das Drehbuch und die Regie überzeugen außerordentlich. Der Film besticht darüber hinaus durch seine herausragenden Hauptdarsteller, die eine geradezu physische Präsenz entwickeln, die den gesamten Film trägt. Und er lässt jeden einzelnen von uns mit der Frage zurück, wie wir selbst mit Schuld und Vergebung in unserem eigenen Leben umgehen“, so Christian Rudnitzki, Mitglied der Jury 2014 zur Entscheidung.

In der erstmals ausgeschriebenen und mit 500 Euro dotierten Kategorie „Szenischer Film & Serie (Budget bis 700 € pro Spielminute)“ entschied sich die diesjährige Jury dafür, statt des Hauptpreises eine lobende Erwähnung auszusprechen, da keiner der drei nominierten Beiträge voll überzeugen konnte. Die lobende Erwähnung ging an den Film „Mobbing - wenn der Spass aufhört“. Die Filmemacher Gisela Mayer, Andreas Söltzer und Hans-Martin Fischer haben sich mutig dem wichtigen Thema „Mobbing“ angenommen. Ehrlich und ungeschönt beleuchten sie in dem Film die verheerenden Folgen von Mobbing für Betroffene ebenso wie für deren Angehörige. Trotz des begrenzten Budgets und der Laienschauspieler schafften es die ambitionierten Filmemacher dabei immer wieder, ihre Zuschauer zu überraschen und an den Leiden der Protagonistin teilhaben zu lassen.

Neben den Geldpreisen erhielten die Hauptgewinner jeweils eine DAVID-Skulptur der Stuttgarter Künstlerin Elvira Günther.

Mitglieder der diesjährigen Jury waren Sabine Berchter (geb. Mayr), Kamerafrau (bvk); Jakob Hoffmann, Bildungsreferent und Kurator, Mitglied der Jury der Evangelischen Filmarbeit; Martin Nowak, Regisseur; Christian Rudnitzki, Abteilungsleiter Unterhaltung, RTL II sowie Georg Stingl, Produzent und Dokumentarfilmer.

Durch den Abend führte Daniel Schneider, der als freier Journalist und Theologe Drehbücher für das WDR-Fernsehen schreibt und für die Radiosendungen „Kirche in 1LIVE“ und „Kirche in WDR 2“ als Sprecher und Autor tätig ist. Für musikalische Höhepunkte sorgte die Indie-Pop-Combo Same Same Here. Hinter der Band stehen die Doppelzwillinge Thomas & Steffen Eifert und Michael & Matthias Rückert.

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